Ausfallarbeit
Berechnung
Praxis

Ausfallarbeit berechnen: So funktioniert es

Die korrekte Berechnung der Ausfallarbeit ist das Herzstück der Redispatch-Abrechnung. Wir erklären beide Modelle und zeigen häufige Fehlerquellen.

1. Juni 2025

Was ist Ausfallarbeit?

Die Ausfallarbeit ist die Energiemenge (in kWh oder MWh), die eine Anlage ohne die Redispatch-Maßnahme eingespeist hätte. Sie bildet die Grundlage für die finanzielle Entschädigung des Anlagenbetreibers.

Berechnung nach dem Planwertmodell

Im Planwertmodell wird die Ausfallarbeit aus der Differenz zwischen dem angemeldeten Fahrplanwert und der tatsächlichen Einspeisung berechnet. Dieses Modell kommt vor allem bei steuerbaren Anlagen zum Einsatz, die ihre Erzeugung im Voraus planen können.

Formel: Ausfallarbeit = Fahrplanwert - Ist-Einspeisung

Berechnung nach dem Prognosemodell

Das Prognosemodell verwendet Ertragsprognosen auf Basis von Wetter- und Anlagendaten. Für Windkraftanlagen werden Windleistungskurven und Windmessdaten verwendet, für PV-Anlagen Einstrahlungsdaten und Modulkennlinien.

Formel: Ausfallarbeit = Prognosewert - Ist-Einspeisung

Erforderliche Datengrundlage

Für eine korrekte Berechnung benötigen Sie:

  • SCADA-Messdaten der betroffenen Anlage (Ist-Einspeisung)
  • Fahrplandaten oder Ertragsprognosen (Referenzleistung)
  • Wetterdaten am Anlagenstandort
  • Technische Anlagendaten (Nennleistung, Leistungskurven)

Häufige Fehler und wie Sie sie vermeiden

  • Falsche Zeitreihen-Zuordnung: Stellen Sie sicher, dass SCADA-Daten und Prognosedaten exakt zum Maßnahmenzeitraum passen.
  • Fehlende Plausibilisierung: Prüfen Sie Messwerte auf Ausreißer und Datenlücken.
  • Falsches Modell: Verwenden Sie das vom Netzbetreiber vorgegebene Abrechnungsmodell.
  • Rundungsfehler: Achten Sie auf konsistente Zeitrasterung (Viertelstunden).

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