RedisPay vs. SAP IS-U

SAP IS-U ist der Branchenstandard im Energiesektor. Doch wie schlägt sich eine spezialisierte Redispatch-Lösung gegen das ERP-Schwergewicht? Ein ehrlicher Vergleich.

FunktionRedisPayAlternative
Redispatch-SpezialisierungKernfunktionalität, regulatorisch aktuellAdd-on, Anpassungen erforderlich
Implementierungsdauer2–4 Wochen6–18 Monate (inkl. Customizing)
Integration bestehender SystemeAPI-basiert, EDIFACT-ImportNahtlos im SAP-Ökosystem
Kosten (TCO 3 Jahre)Niedrig bis mittel (SaaS-Modell)Hoch (Lizenzen, Berater, Wartung)
SkalierbarkeitCloud-nativ, automatisch skalierendEnterprise-skalierbar, aber komplex
Regulatorische UpdatesAutomatisch durch AnbieterKostenpflichtige Anpassungen nötig
BerichtswesenRedispatch-spezifische ReportsUmfassendes, konfigurierbares Reporting
Abdeckung GeschäftsprozesseFokus auf Redispatch-AbrechnungGesamte Energiewirtschaft (Billing, CRM, etc.)
BenutzerfreundlichkeitModerne Web-OberflächeKomplexe SAP-GUI / Fiori

SAP IS-U in der Energiewirtschaft

SAP IS-U (Industry Solution for Utilities) ist seit Jahrzehnten der de-facto-Standard für die kaufmännische Abwicklung in deutschen Energieversorgungsunternehmen. Von der Stammdatenverwaltung über das Billing bis zur Marktkommunikation deckt SAP IS-U die gesamte Wertschöpfungskette ab.

Für die Redispatch-Abrechnung bietet SAP seit der Einführung von Redispatch 2.0 entsprechende Funktionalitäten als Erweiterung an. Diese erfordern allerdings erhebliches Customizing und die Einbindung spezialisierter SAP-Berater. Die Integration in die bestehende SAP-Landschaft ist dabei der größte Vorteil – aber auch der größte Kostentreiber.

Spezialisierung vs. Generalismus

Der fundamentale Unterschied zwischen RedisPay und SAP IS-U liegt im Ansatz: RedisPay wurde ausschließlich für die Redispatch-Abrechnung entwickelt. Jede Funktion, jeder Workflow und jede Validierung ist auf diesen einen Anwendungsfall optimiert. Regulatorische Änderungen – etwa bei den Vorgaben der Bundesnetzagentur zur Ausfallarbeitsberechnung – werden zentral durch den Anbieter umgesetzt und stehen allen Kunden sofort zur Verfügung.

SAP IS-U hingegen ist ein Generalist. Es kann prinzipiell alles, muss aber für die spezifischen Anforderungen der Redispatch-Abrechnung erst konfiguriert werden. Jede regulatorische Anpassung erfordert Customizing – und damit Beraterkosten und Projektlaufzeit.

Total Cost of Ownership im Vergleich

Die Kostenunterschiede zwischen den beiden Lösungen sind erheblich. Für eine typische SAP-IS-U-Implementierung der Redispatch-Funktionalität rechnen Unternehmen mit 150.000–500.000 € für das initiale Projekt (Customizing, Tests, Migration) sowie jährlichen Wartungs- und Lizenzkosten von 50.000–100.000 €. Hinzu kommen Kosten für regulatorische Updates, die je nach Umfang 20.000–80.000 € betragen können.

RedisPay als SaaS-Lösung arbeitet mit monatlichen Gebühren, die sich an der Nutzung orientieren. Die Implementierungskosten sind minimal, da keine individuelle Konfiguration nötig ist. Auf drei Jahre gerechnet liegt die Total Cost of Ownership bei einem Bruchteil der SAP-Lösung – vorausgesetzt, das Unternehmen benötigt keine tiefe Integration mit bestehenden SAP-Prozessen.

Welche Lösung passt zu Ihrem Unternehmen?

Für Unternehmen, die bereits stark in das SAP-Ökosystem investiert haben und eine durchgängige Integration aller Geschäftsprozesse benötigen, kann SAP IS-U die richtige Wahl sein. Das gilt insbesondere für große Übertragungsnetzbetreiber und Stadtwerke mit komplexen IT-Landschaften.

Für die Mehrzahl der Anlagenbetreiber, Direktvermarkter und kleinere bis mittlere Netzbetreiber bietet RedisPay das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Die schnelle Implementierung, die automatischen regulatorischen Updates und die niedrigen Kosten machen es zur pragmatischen Wahl – auch als Ergänzung zu einer bestehenden SAP-Landschaft.

Fazit

SAP IS-U ist die richtige Wahl für Unternehmen mit tiefer SAP-Integration und großen IT-Budgets. RedisPay bietet für die spezialisierte Redispatch-Abrechnung eine schnellere, günstigere und regulatorisch agilere Alternative. Viele Unternehmen nutzen beide Systeme komplementär – SAP für das Kerngeschäft, RedisPay für die Redispatch-Abrechnung.

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