Planwertmodell vs. Prognosemodell: Vergleich der Abrechnungsmodelle
Planwert oder Prognose? Die Wahl des Abrechnungsmodells hat erhebliche Auswirkungen auf die Ausfallarbeitsberechnung. Wir vergleichen beide Modelle.
Zwei Modelle für die Ausfallarbeit
Die BK6-20-059 definiert zwei Modelle für die Berechnung der Ausfallarbeit: das Planwertmodell und das Prognosemodell. Welches Modell anwendbar ist, hängt vom Anlagentyp und der Verfügbarkeit von Fahrplandaten ab.
Das Planwertmodell
Im Planwertmodell dient der angemeldete Fahrplan als Referenz. Die Ausfallarbeit ergibt sich aus der Differenz zwischen Fahrplan und Ist-Einspeisung. Dieses Modell ist typisch für steuerbare Anlagen (Biomasse, KWK, konventionelle Kraftwerke), die ihre Erzeugung planen können.
Vorteile: Einfach, nachvollziehbar, wenig Interpretationsspielraum.
Nachteile: Nicht anwendbar für wetterabhängige Anlagen ohne Fahrplan.
Das Prognosemodell
Im Prognosemodell wird die potenzielle Einspeisung ohne Eingriff auf Basis von Wetter- und Anlagendaten berechnet. Es kommt bei wetterabhängigen EE-Anlagen (Wind, Solar) zum Einsatz.
Vorteile: Bildet die tatsächlichen Gegebenheiten ab.
Nachteile: Höherer Berechnungsaufwand, Prognoseunsicherheit, mehr Diskussionspotenzial mit Netzbetreibern.
Welches Modell ist anwendbar?
Die Zuordnung erfolgt nach BK6-20-059: Liegt ein angemeldeter Fahrplan vor, wird grundsätzlich das Planwertmodell angewendet. Für Anlagen ohne Fahrplanverpflichtung (typischerweise EE-Anlagen in der Direktvermarktung) wird das Prognosemodell verwendet.
Auswirkungen auf die Entschädigung
Die Wahl des Modells kann erhebliche Auswirkungen auf die Höhe der Entschädigung haben. Im Prognosemodell hängt die berechnete Ausfallarbeit von der Qualität der Wetterdaten und Anlagenmodelle ab. Regelmäßige Kalibrierung und Validierung der Prognosemodelle ist daher essenziell.
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