BK6-20-059: Der vollständige Leitfaden
Die BK6-20-059 ist das zentrale Regelwerk für Redispatch 2.0. Wir erklären die Inhalte, Prozesse und was Sie für die praktische Umsetzung wissen müssen.
Was ist die BK6-20-059?
Die BK6-20-059 ist eine Festlegung der Bundesnetzagentur, die die Prozesse und Regeln für Redispatch 2.0 verbindlich definiert. Sie trat am 1. Oktober 2021 in Kraft und wurde seitdem mehrfach angepasst.
Die Festlegung regelt das gesamte Spektrum des Redispatch-Prozesses: von der Engpasserkennung über die Maßnahmenanforderung bis zur Abrechnung und bilanziellen Kompensation.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Die BK6-20-059 definiert klare Rollen:
- Anfordernder Netzbetreiber (ANB): Erkennt den Engpass und fordert Maßnahmen an.
- Betroffener Netzbetreiber (BNB): Setzt die Maßnahme in seinem Netzgebiet um.
- Betreiber Steuerbarer Ressourcen (BSR): Verantwortlich für die Umsetzung an der Anlage.
- Bilanzkreisverantwortlicher (BKV): Zuständig für den bilanziellen Ausgleich.
Zentrale Prozesse
Der Redispatch-Prozess nach BK6-20-059 gliedert sich in mehrere Phasen:
- Planungsphase: Engpassprognose durch den ANB auf Basis von Lastflussberechnungen.
- Anforderungsphase: Anforderung der Maßnahme an den BSR über standardisierte Nachrichten.
- Durchführungsphase: Umsetzung der Leistungsanpassung an der Anlage.
- Abrechnungsphase: Ermittlung der Ausfallarbeit und finanzielle Abwicklung.
Datenaustausch und Marktkommunikation
Die BK6-20-059 schreibt standardisierte EDIFACT-Nachrichtenformate für den gesamten Prozess vor. Alle Marktteilnehmer müssen die definierten Nachrichtentypen verarbeiten können. Die Zeitreihen für Ist-Einspeisung und Sollwerte werden über MSCONS-Nachrichten ausgetauscht.
Praktische Umsetzungstipps
Für eine erfolgreiche Umsetzung empfehlen wir:
- Frühzeitige Integration der EDIFACT-Schnittstellen in Ihre IT-Systeme
- Regelmäßige Abstimmung mit Ihrem zuständigen Netzbetreiber
- Automatisierung der Ausfallarbeitsberechnung mit spezialisierten Tools
- Aufbau einer lückenlosen Dokumentation für Audits
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